Thank you, Ruth Bader Ginsburg: Warum wir mehr Menschen wie dich brauchen

A generation ago, my students would have been arrested for indecency for wearing the clothes that they do. Sixty-five years ago, it would have been unimaginable that my daughter would aspire to a career. And a hundred years ago, I would not have the right to stand before you. There are a hundred and seventy-eight laws that differentiate on the basis of sex. Count them. The government did the favor of compiling them for you. And while you’re at it, I urge you to read them. They’re obstacles to our children’s aspirations.“

Ruth Bader Ginsburg / On the Basis of Sex

Vor kurzem habe ich den Spielfilm „On the Basis of Sex“ gesehen: ein Drama über die amerikanische Juristin Ruth Bader Ginsburg. Zwar wusste ich vorher, wer Ginsburg ist und hatte eine ungefähre Ahnung davon, was sie so geleistet hat – aber erst der Film hat mich dazu gebracht, mich tiefergehend mit dieser beeindruckenden Frau auseinanderzusetzen. Und ich kann euch sagen: Ich bin überzeugt, dass wir mehr Menschen wie RBG brauchen, die sich nicht nur für eine Änderungen in der Gesellschaft, sondern auch für eine Änderung des Rechts einsetzen.

Wer ist Ruth Bader Ginsburg?

1933 als Joan Ruth Bader in Brooklyn, New York geboren, war Ruth die zweite Tochter eines jüdischen Ehepaars – ihr Vater war aus Russland eingewandert, ihre Mutter das Kind österreichischer Einwanderer. Da beide Eltern kaum gebildet waren, legten sie besonderen Wert darauf, Ruth die bestmögliche Ausbildung zu bieten. Ihre Mutter starb einen Tag, bevor Ruth ihren High School Abschluss erhielt.

Nach ihrem High School Abschluss studierte Ruth Verwaltungsrecht und schloss ihren Bachelor als beste Frau in ihrem Jahrgang ab. Zwei Jahre später immatrikulierte sie an der Harvard School of Law als eine von nur neun Frauen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt musste sie sich mit einem sexistischen Patriarchat auseinandersetzen: Bei einem Dinner, bei dem nur die Studentinnen eingeladen wurden, musste sie sich der Frage des Deans unterziehen: „Why are you at Harvard Law School, taking the place of a man?“

Die Universität wechselte sie, als ihr Mann Martin Ginsburg eine Stelle in New York City annahm – von nun an studierte sie an der Columbia und erhielt dort ihren Abschluss; wieder als Beste ihrer Klasse. Allerdings hatte Ruth im Anschluss Probleme, einen Job in ihrer Branche zu finden – einzig und allein aufgrund ihres Geschlechts. Und ganz ungeachtet der Tatsache, dass sie während ihres Stidums ein Kleinkind zu versorgen und ihren krebskranken Mann zu pflegen hatte. Talking about strong women? Here’s one of the strongest.

Schließlich erhielt Ruth Professuren; unter anderem an der Rutgers Law School, an der ihr mitgeteilt wurde, sie werde weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, da sie einen gutverdienenden Ehemann hätte. Wer an dieser Stelle noch immer abstreitet, dass wir in einer patriarchischen Gesellschaft leben, dass auch 2020 noch Männer in vielen Dingen besser gestellt sind als Frauen und dass wir auch weiterhin öffentlich Diskussionen über Selbstbestimmung und Gleichstellung führen müssen, der sollte zwingend ein bis zwei Schritte aus seiner privilegierten Bubble machen.

Ihr Kampf gegen sexuelle Diskriminierung

Ruth selbst hat während ihrer gesamten Karriere immer wieder Diskriminierung rein aufgrund ihres Geschlechts erfahren müssen – schon allein aus diesem Grund hat sie begonnen, sich für die Gleichberechtigung von Frauen einzusetzen und dafür zu sorgen, dass das weibliche Geschlecht vor allem im juristischen Zusammenhang dem Mann gleich gestellt wird.

Hier legt sie den Fokus vor allem auf Diskriminierung am Arbeitsplatz; wenig überraschend, wenn man bedenkt, dass sie lediglich auf Basis ihres Geschlechts und trotz ihrer herausragenden Leistungen nach Abschluss ihres Studiums kein Stellenangebot erhalten hat.

Zudem gründete Ruth 1971 das Women’s Rights Project der American Civil Liberties (ACLU), deren führende Anwältin sie im Jahr 1973 wurde. In dieser Position beschäftigte sie sich mit sechs Fällen von Geschlechterdiskriminierung – fünf davon gewann sie.

Darüber hinaus ist Ruth Berfüworterin des Rechts auf Abtreibung. Hierbei geht es ihr vor allem darum, dass Frauen immer das Recht haben sollten, eigene Entscheidung bezüglich ihres Körpers treffen zu können und diese Entscheidung – insbesondere im rechtlichen Rahmen – nicht Männern überlassen zu müssen.

Bei ihrem eigenen Geschlecht hört Ruths Sinn für Gerechtigkeit übrigens nicht auf. Wie auch in „On the Basis of Sex“ zu sehen, setzt sich die Anwältin ebenfalls dafür ein, die rechtliche Benachteiligung von Männern zu beenden – eben weil solche Benachteiligungen auf reiner Geschlechterdiskriminierung beruhen und somit allen Menschen schaden.

So thank you, Ruth Bader Ginsburg: For giving your life to justice for every gender, for using your voice despite having to fight all your life against discrimination yourself and for doing everything in your power to change outdated and unjust laws.

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